Neurologische Gangstörungen

Bei der instrumentellen dreidimensionalen Ganganalyse werden neben Schrittparametern wie Schrittlänge, -dauer und -frequenz auch Gelenkwinkelstellungen beim Gehen (Kinematik), deren Momente und Leistungen (Kinetik) sowie Muskelaktivitäten durch dynamische Messung von EMG-Aktivität erfasst. Diese vielschichtige diagnostische Methode dient teilweise im europäischen Ausland, insbesondere aber in den USA als Routineuntersuchung zur Therapieentscheidung und Verlaufskontrolle bei komplexen Gangstörungen.

markersSitting_800In unserem Ganganalyselabor führen wir diese Untersuchung inzwischen auch seit mehreren Jahren in der klinischen Routine durch, wobei die Kosten bisher nur bei Einzelfallprüfung von den entsprechenden Kostenträgern übernommen werden. Unabhängig von der klinischen Routine sind komplexe Gangstörungen nach wie vor Gegenstand intensiver Forschung, wobei die Zerebralparese stellvertretend für viele weitere neurologisch und orthopädisch bedingte komplexe Pathologien steht. So gelang es durch Studien zur EMG-Aktivität der von Spastik betroffenen Muskeln - sowohl bei Hemiplegikern als auch bei Diplegikern - im Vergleich zur normalen EMG-Aktivität in einzelnen Gangphasen zwischen einerseits ursächlich spastischer und andererseits biomechanisch kompensatorischer Aktivität zu unterscheiden.

In mehrjährigen Studien wird außerdem untersucht, inwieweit derotierende bzw. extendierende Umstellungsosteotomien mit der funktionellen Änderung im Gangbild zusammenhängen. Funktionsvorteile durch Muskel- und Sehnentransfers wie auch durch die gezielte Reduktion spastischer zweigelenkiger Muskeln in eingelenkige werden evaluiert und finden ihren zeitnahen Eingang in die klinische Regelversorgung. Auch konservative Therapieformen, etwa der Einfluss eines funktionellen Krafttrainings auf die Gangfunktion im postoperativen Verlauf von Mehretageneingriffen bei Zerebralparese, sind Gegenstand der Forschung.

 

Automatisierte Diagnoseunterstützung in der Ganganalyse

Eine konsistente Diagnosestellung bei neurogenen (frühkindliche Hirnschädigung, Querschnittlähmung, Apoplex) Gangstörungen setzt beim bislang üblichen untersucherabhängigen Vorgehen ein hohes Maß an klinischer Erfahrung voraus. Zur Festlegung und Überprüfung von Therapiestrategien ist aber eine objektive Diagnosestellung notwendig. Deswegen wurden in diesem Projekt bekannte

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Postoperatives Krafttraining bei Kindern mit Infantiler Zerebralparese

Ziel dieser Untersuchung war es, den Effekt eines gezielten zusätzlichen Muskelkrafttrainings während der postoperativen Rehabilitationsphase auf die Gangparameter von Patienten mit der Diagnose einer Infantilen Zerebralparese (ICP) mit der Ausprägung einer spastischen Diparese zu evaluieren.

Diese Patienten zeigen häufig Einschränkungen ihrer Gehfunktion resultierend unter

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Hüftderotation bei ICP

Patienten mit ICP entwickeln im Verlauf der Entwicklung häufig einen Innenrotationskauergang mit Innenrotationsfehlstellung der Beine. Es findet sich meistens gleichzeitig eine deutlich vergrößerte Antetorsion des Femur. Als Therapie hat sich die Derotationsosteotomie des Femur etabliert. Aus Messungen der Torsion des Femur kann die Rotationsstellung des Hüftgelenkes im Gangablauf nicht vorhergesagt werden.

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Haltungsanalyse im Sitzen

Für nicht bzw. schwer gehfähige Patienten ist die Sitzversorgung von großer Bedeutung. Oft benötigen diese Patienten aufgrund ihrer eingeschränkten Haltungskontrolle bzw. durch Spastiken induzierte Gelenkkontrakturen besondere und individuell zugerichtete Sitzmöglichkeiten. Es gilt im Sitzen eine gute Stabilität zu erreichen und gleichzeitig die Armfunktion des Patienten möglichst nicht einzuschränken.
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