Funktionelle Analyse von Prothesenträgern

Die Versorgung mit einem orthopädischen Hilfsmittel wie einer Prothese ist für viele Patienten eine wichtige Möglichkeit, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen. Ohne dieses individuell hergestellte Hilfsmittel wäre dies nur schwer oder gar nicht realisierbar. Die Instrumentelle 3D Gang-/Bewegungsanalyse ermöglicht die qualitativen Beurteilung des Bewegungsablaufs mittels videogestützter Analyse sowie die quantitative Bestimmung von Gelenkbewegungen (Kinematik) und den dabei auftretenden Kräften und Gelenkmomenten (Kinetik). Es lässt sich damit der Einfluss verschiedener Passteile, Aufbauten und Versorgungskonzepte der Prothetik auf den Bewegungsapparat beurteilen. Dabei besteht die Möglichkeit, auch die Muskelaktivität mittels der Elektromyographie (EMG) zu erfassen. Diese Analyse kann dazu dienen, die aktive Steuerung der Fortbewegung differenzierter darzustellen und zu bewerten. Um im weiteren Verlauf einer Untersuchung die Gangökonomie zu beurteilen, kann die Messung um eine so genannte Sauerstoffverbrauchsmessung ergänzt werden. Hierdurch erhält man zusätzliche Informationen, die den Energieaufwand des Patienten mit seinem orthopädischen Hilfsmitteln wiedergibt.

prosStairs_800Durch den Einsatz speziell entwickelter Treppen- und Rampenkonstruktionen, welche an die in den Boden eingelassene Kraftmessplatten gekoppelt sind, können die Untersuchungen auch für diese Gehbedingen erfolgen. Hierbei wird beispielsweise die Anpassungsfähigkeit von modernen Prothesenpassteilen beim Gehen auf der Treppe oder auf Rampen verschidener Steigung untersucht. Erkenntnisse, welche im Rahmen von klinischen Studien gewonnen wurde, können wiederum für die Patientenversorgung herangezogen werden. Durch eine konsequente Kooperation mit den behandelnden Medizinern, der Abteilung für Technischen Orthopädie, der Orthopädischen-Industrie und anderen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen wird so eine kontinuierliche Entwicklung im Rahmen der Technischen Orthopädie unterstützt und vorangetrieben. Hierzu werden intensive Studien durchgeführt, in denen neben dem Vergleich von bestehenden Passteilen auch Neuentwicklungen untersucht und gegebenenfalls Einfluss auf die weitere Gestaltung genommen werden kann. Zusätzlich sind Eigenentwicklungen zur Messmethodik und Messtechnik Teil unserer Forschungstätigkeit. Hierzu zählt beispielsweise die Entwicklung einer Prüfeinrichtung zur Untersuchung der muskulären Stumpfleistungsfähigkeit nach einer Amputation. Hieraus gewonnene Erkenntnisse geben erstmals eine zuverlässige und objektive Auskunft über die tatsächlichen Kraftverhältnisse, die zum Steuern einer Prothese erforderlich sind und können damit der weiteren Therapieplanung und Erstellung neuer Therapiekonzepte dienen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Wisschenschftlichen Mitarbeitern der Bewegungsanalyse, den Orthopädietechnikern sowie den behandelden Ärzten und Therapeuten im Hause, gelangen neue Erkenntnisse aus der Forschung direkt zu unseren Patienten.

Entwicklung einer aktiven Orthese

Bewegungsaufgaben wie das Treppensteigen oder Aufstehen aus dem Sitzen können eine Herausforderung für ältere Menschen darstellen, da sie im Vergleich zu anderen täglichen Aktivitäten das Aufbringen hoher Drehmomente und Gelenkleistung erfordern. Mit steigendem Alter lässt die Kraft nach somit fällt es schwerer die benötigten Momente und Leistung zu generieren. Dieses Defizit könnte von einer Orthese mit Leistungsabgabe

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