Kraft und Propriozeption am Sprunggelenk bei professionellen Tänzern

Das Sprunggelenk ist bei Tänzern eine häufige Lokalisation von Verletzungen. Ziel der Studie war es, die propriozeptive und sensomotorische Sprunggelenkskontrolle bei Tänzern bereits in der Ausbildung zu untersuchen und Untrainierten gegenüberzustellen. Es sollte geprüft werden, inwieweit das Kraftverhältnis von Plantarflexion zu Dorsalextension (PF/DE) und die Propriozeption trainingsbedingt verändert sind und sich im Zeitverlauf entwickeln. 42 Tänzer (31 F, 11 M) in der professionellen Ausbildung (14 - 23 J.) wurden prospektiv mit 40 geschlechts- und altersgematchten Kontrollprobanden verglichen. Zu Beginn und nach fünf Monaten Tanztraining wurden ein passiver Winkelreproduktionstest (WRT), ein isokinetischer Krafttest (Biodex System 3) und ein Einbeinstandtest (EST) durchgeführt. Im WRT erzielte die Tänzergruppe keine signifikant geringeren Abweichungen vom Zielwinkel (5° und 25° PF) als Kontrollen. Tänzerinnen hatten ein signifikant höheres Maximalkraftverhältnis von PF/DE als Kontrollprobandinnen. Bei den Männern war der Unterschied nicht signifikant. Zwischen beiden Messterminen erhöhte sich in beiden Männergruppen das Kraftverhältnis von PF/DE, in den Frauengruppen änderte es sich nicht weiter. Im EST zeigten Tänzer signifikant geringere Absetzzahlen. Es fanden sich keine Änderungen im Zeitverlauf. Ein Zusatztraining zum Ausgleich des Kraftverhältnisses bei männlichen Tänzern kann sinnvoll sein, ebenso wie propriozeptive Übungen mit geschlossenen Augen.